Paul Wyler

Plattform2019

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Skinsecurity, Ausstellungsansicht / vue de l'exposition Plattform19, 2019
© Claude Cortinovis_CACY 2019

Skinsecurity, Ausstellungsansicht / vue de l'exposition Plattform19, 2019
© Claude Cortinovis_CACY 2019

Weiche Silikonformen, brüchiger Acrylgips und synthetisches Epoxid fassen nur einen kleinen Teil jener Materialien zusammen, die Paul Wyler in seiner künstlerischen Praxis miteinander verbindet. In der Verknüpfung physikalisch gegensätzlicher Materialien erschafft er eine zwischen anthropomorphen und warenförmigen Elementen oszillierende Installation. In seinem Schaffen befasst er sich mit der wechselseitigen Wirkung von Energie, Körper und Objekten, wobei die Skulptur als Momentaufnahme eines fluiden, kontinuierlichen Prozesses verstanden wird. So verwandeln sich scheinbar starre Skulpturen in dynamische Installationen und die Kräfte, die in der und auf die Skulptur wirken, werden für Betrachter*innen visuell erfahrbar gemacht. Die Wirklichkeit begreift Paul Wyler als Potenz unendlicher Veränderung und schreibt auch den passiven Objekten eine aktive Potenz – das Vermögen selbst einen Akt hervorzubringen – zu. In seinem für Plattform19 entstandenen Werk beschäftigt sich Paul Wyler mit dem Prozess der Identitätsbildung, die sich in der Konfrontation mehrerer entgegengesetzter Kräfte zeigt. Sein Interesse gilt dabei einem zwischen endlosen Möglichkeiten und vorgegebenen Strukturen, von Exzess, Routine, Freiheit und Abhängigkeit geformten, schwankenden Zustand. Mit seinem Schaffen zeigt Paul Wyler, dass es keiner theoretischen Exegese bedarf um sich ontologischen Fragen anzunähern. Vielmehr knüpft er an die visuelle Sinneswahrnehmung und erschafft in einer Gegenüberstellung von beobachteten Naturformen, maschinell produzierter Ware und synthetischen Stoffen eine Formensprache die zugleich irritiert und verführt.

Text von Céline Matter