Arnaud Wohlhauser

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Les activités parallèles, 2018

Les activités parallèles, 2018

Les activités parallèles, 2018 (detail)

Les activités parallèles, 2018 (detail)

Les activités parallèles, 2018 (detail)

Les activités parallèles, 2018 (detail)

Les activités parallèles, 2018

Les activités parallèles, 2018

Arnaud Wohlhausers Interventionen geht ein Interesse für überlappende und koexistierende Narrationen voraus. Der Künstler sucht metaleptische Momente, in denen performative Neuanordnungen für eine kurze Dauer verweilen, Zeit- und Raumdimensionen changieren. Gesellschaftsspielen wohnen solche Augenblicke inne, sie vermögen unterschiedliche Weltbezüge, Glaubens- und Wissensfragen zu verwischen. Wohlhauser befragt das Ineinandergreifen von ludistischen Handlungen und kalkulierten Entscheidungen, beleuchtet Möglichkeiten des Pausierens von alltäglichen Regeln und Ritualen. Somit können mindestens temporär soziale und ökonomische Kreisläufe erprobt oder durchbrochen werden.

Für die Ausstellung realisiert der Künstler mithilfe der hiesigen Ressourcen ein Mühlespiel, dessen Brett und Steine er den Wänden entnommen hat. Er folgt damit historischen Vorlagen, beispielsweise ritzte man in der Antike dieses fast dreitausend Jahre alte Spiel an gemeinen Plätzen in vorhandene Oberflächen wie Steinböden. Wohlhauser skaliert die Platten auf die Grösse derjenigen, die im öffentlichen Raum anzutreffen sind. Mit diesem Eingriff legt er auch verborgene Strukturen des Kunsthaus Langenthal frei, verbindet vergangene und gegenwärtige Spuren und inszeniert den Raum als Zwischenfall: Nach Ausstellungsende werden alle Elemente wieder in die Wand eingesetzt und überstrichen. Solche verquickten Situationen finden sich auch innerhalb des Mühlespiels. In der Zwickmühle entsteht durch das Schliessen einer Mühle die Möglichkeit, eine andere zu öffnen – Stillstand und Bewegung begegnen sich in Komplizenschaft.

Arnaud Wohlhauser (*1992) absolvierte den Master an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW. Er lebt und arbeitet in Basel.