Mayara Yamada

Plattform2023

Previous
Next
Marara Kelly Press Conference,, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Marara Kelly Press Conference,, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Marara Kelly Press Conference,, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Marara Kelly Press Conference,, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Marara Kelly Press Conference,, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Marara Kelly Press Conference,, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Marara Kelly Press Conference, 2023

Autotransfusion ist ein in der traditionellen Medizin praktiziertes und von den sogenannten modernen Wissenschaften verbotenes Verfahren, bei dem sich eine Person ihr eigenes Blut (anstelle von fremdem Blut) transfusieren lässt. Durch die Behandlung wird die Menge der roten Blutkörperchen im Blut erhöht, was positive Auswirkungen wie die Stärkung der Immunität und die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit der autotransfusierten Person hat.

Ma[y/r]ara stammt aus Belém do Pará im brasilianischen Amazonas. Sie lebte fast zehn Jahre lang in Rio de Janeiro, wo sie eine Schauspielschule besuchte, um ihren Traum zu verwirklichen: Schauspielerin werden. Sie studierte auch Ästhetik und Kunsttheorie an der Universität und spezialisierte sich dort auf Performance-Theorie und Dramaturgie. Eine Zeit lang fragte sie sich, ob sie nicht mit dem Schauspielen aufhören sollte. Im Jahr 2022 schloss sie ihren Master in Bildender Kunst an der Ecole Cantonale d'Art de Lausanne ab. Sie wollte schon immer singen.

Fortbewegung bildet den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit. Indem sie Biografie mit Kartografie in Verbindung bringt und ihre Autobiografie immer wieder umschreibt, kann sie sich die Gebiete, in denen sie sich befindet, neu aneignen. Im Zentrum ihrer Praxis steht somit ein Prozess des Übertragens der kulturellen Codes des Amazonas, des Sakralen, des Ultra-Pop und der Strassenkultur. In stetiger Bewegung, sind ihre Projekte geprägt von politischen Fragestellungen zu Feminismus, Geschlechterdarstellungen, Körperbeziehungen sowie lebendigen und kollektiven Erinnerungen. Sie betreibt und erforscht Popkultur, die Feste und Gestalten der Nacht. In ihren Performances praktiziert sie Exzess und Extravaganz – Exzentrik der Körper, des Klangs und des Selbst. Kitsch ist dabei Methode.

Seit 2020 schreibt sie mit der Serie MK Art Show die Drehbücher, mit denen sie ihre Träume verwirklichen kann. Die Künstlerin wird zum Star. Sie reiht Set an Set, Bühne an Bühne und Tournee an Tournee. Sie lädt das Publikum ein, sie in verschiedenen Momenten ihrer Karriere wiederzufinden, sei es ihr Hotelzimmer, eine Afterparty und für den Espace Arlaud eine Pressekonferenz.

In ihren Projekten geht Ma[y/r]ara ihre Zusammenarbeit wie eine Theatertruppe an und praktiziert das Kollektive als Arbeitsökologie und -Ethik. Press Conference wurde in Zusammenarbeit mit Luca konzipiert – ultra präsent sowohl in ihrer Fanbase als auch in ihrem Team.


Ma[y/r]ara praktiziert Autophagie.
Sie verdaut ihre Träume und verwandelt sie.
Sie hackt ihre Biografie, parasitiert ihre Existenz.
Bei der Autotransfusion nehmen sie sich selbst auf.
Heute hat Marara Kelly zum ersten Mal Empathie für Mayara Yamada.

Julie Marmet (Übersetzung P23)

Stück in Zusammenarbeit mit Luca Frati.
Dank an Fabio Jaramillo, Yann Longchamp, L'Abri - Genf, Julie Marmet, Alicia Segui und Inés Maestre für das Design des Banners.

Performance (15'00''), Installation (Banner, Mikrofone, Stative, Lautsprecher, Tisch, Stühle).

Photo credits: Margot Sparkes