Die Dynamik, mit der Pedro Wirz seine eigenen Ideen mit denjenigen anderer Akteure verknüpft, um Kunstwerke und Ausstellungsprojekte zu realisieren, ist mitreissend. Seine Arbeit als Künstler wie als Kurator geht dabei auf in einem dichten Geflecht kollaborativer Praktiken und doch bleibt er selbst fest im Zentrum eines Systems verankert, das sich jederzeit und nach allen Seiten hin ausweiten kann. Daraus folgt, dass dieses System kein Oben und kein Unten kennt. Pedro Wirz arbeitet mit Kuratoren, Künstlern, Familienangehörigen oder seiner Freundin zusammen – stets in gegenseitigem Austausch und auf Augenhöhe. Das abgeschlossene Kunstwerk ist als Resultat eines offenen Dialogs zu lesen. So sind in den letzten Jahren eine ganze Serie «kuratierter Skulpturen» entstanden, für die Wirz Kuben, Sockel, Gestelle oder hängende Strukturen entwarf und Kuratoren oder Künstler einlud, diese zu bespielen oder weiterzuverarbeiten. Daneben entstanden andere Werke in Zusammenarbeit etwa mit seinem ehemaligen Professor an der Hochschule für Gestaltung in Basel oder mit seinen Eltern oder seinem Bruder. Auf einer formalen Ebene spiegelt sich die Zusammenarbeit nicht selten in der Verwendung unterschiedlichster Materialien (Stoff, Holz, Leinwand, Knetmasse oder Pflanzen) und Techniken (Bemalen, Einfügen, Auflegen, Hängen, Schnitzen). Inhaltlich bedeutet das Zusammen-Arbeiten zentral ein Zusammen-Denken: eine meist durch den Künstler definierte Ausgangsidee wird durch die Beteiligung weiterer Personen zu einem kollektiven Werk erweitert. Zusammengefasst verdichten sich die Arbeiten von Pedro Wirz zu einer Sammlung ebenso persönlich geprägter wie offen gedachter Projekte. – Reto Thüring