In Dix mille francs de récompense schreibt Marcel Broodhaerts: « Was mich interessiert, ist Ingres. Es geht nicht um Cézanne und Äpfel. » Das Motiv der Äpfel, oder seine Abstraktion von Punkten, zieht sich durch die Geschichte der Malerei und deren Antagonismen: Farbe und Kontur, Figuration und Abstraktion, Transparenz und Opazität, und so weiter. Angesichts dieser Vielzahl strukturierender Gegensätze muss das Bild nunmehr wiederbelebt werden, wobei es sich mehr schlecht als recht auf das institutionelle Gerüst von Malerei mit grossem ‘ M ’ abstützt. Dieser Status des Spektrums wird in Melanie Akerets Werk nahegelegt. Im Fri Art werden Pandas in unbestimmten Szenen wie betäubt dargestellt ; der Bleistift auf dem Leinwand bringt sie um jede klare und lesbare Darstellung, wie eine Art Fotografie eines Tatorts, die wir nicht mehr ganz als endgültigen Beweis akzeptieren könnten. Die Pandas kapitulieren, vielleicht weil sie die Kapitalisierung den formalen Motiven ihrer Bildkomposition schulden: der schwarz-weissen Gegenüberstellung ihres Fells und den symbolischen Formen der schwarzen Flecken an Ohren, Schwanz, Augen, und so weiter. Bei Melanie Akeret löschen sich die Figuren aus und die Szenen scheitern an der Schwere ihres unvermeidlichen Motivs. Als der Galerist Mi¬chael Werner zum ersten Mal die Gemälde des deutschen Malers Jörg Immendorff aus dessen maoistischer Periode betrachtete, stellte er fest, dass das Einzige, was er sah, Äpfel waren. Ange¬sichts des Motivs, dessen man sich nicht entziehen kann, erlaubt das verlegene Akzeptieren der Angst vor einem kapitulierenden Gemälde dem Maler, resp. der Malerin jedoch, sich gegen die offensichtliche Auslöschung zu behaupten.
Übersetzung: Deborah Müller