Thomas Liu Le Lann

Plattform2019

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Good Luck, Ausstellungsansicht / vue de l'exposition Plattform19, 2019
© Nico Müller_P19

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Donna Haraway behauptet, dass wir in einer von Krisen zerrütteten Zeit keine Helden mehr bräuchten. Zumindest nicht solche, die nach den Kriterien der Kraft, Selbstsicherheit und Macht geschaffen und von den westlichen Gesellschaften verherrlicht werden, auch wenn sie Daseinsformen aufrechterhalten, die bekanntlich nicht weiter haltbar sind. Während das Ende der kriegerischen, auf die Taten eines wahren Machers der Welt – des Helden also ̶ausgerichteten Erzählungen absehbar erscheint, befasst sich Thomas Liu Le Lann mit viableren Narrativen, die Sanftheit und Passivität bevorzugen. Zu diesem Zweck hat der Künstler in seine jüngsten Arbeiten die Figur des «sanften Helden» eingeführt, die das dominierende Heldenmodell und dessen kraftstrotzende Darstellungen aufzulösen versucht. Anlässlich von Plattform19 treibt Thomas Liu Le Lann diesen Ansatz auf die Spitze: Er vervielfältigt seinen Prototyp, eine vom Roboter «Astro Boy» inspirierte Stofffigur, in sanfte miniaturisierte Helden, die umso sanfter und weniger heroisch wirken, je mehr und kleiner sie werden. Die hohe Anzahl und Kleinfigürlichkeit stellen das Bild vom muskulären, starken, robusten und monolithischen Helden in Frage, zerlegen dieses, um es in einem dem Besucher gewidmeten Stofftierautomaten in einer Orgie neu zu versammeln. Gegen ein Geldstück und mit ein wenig Glück oder auch genügend Geschick – ist ein miniaturisierter, sanfter Held zu gewinnen! Aber das ist noch nicht alles. Jede dieser kleinen Stofffiguren enthält eine Botschaft: ein Gedicht, das auch wie ein Rat gelesen werden könnte, ausgestellt durch den Mechanismus eines Automaten, der die Dynamik eines Arcade-Spiels mit der profanen Adaptation alltäglicher taoistischer Gebote vereinigt.

[Übersetzt aus dem Französischen]