Eine über zwei Lampen und einen Stuhl drapierte blaue Plastikplane, zwei von der Decke zum Boden reichende, schräg in den Raum gestellte Holzstiele oder eine Art aufgespannte Markise, all das sind Objekte, die Tashi Brauen in ganz unterschiedlichen leeren Räumen mit teilweise farbigen Lichtquellen sorgfältig inszeniert. Dabei geht es ihm um die verschiedenen Manifestationen des Lichts, um Schattenwürfe, aber auch um farbästhetische Phänomene sowie deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Räumen. Während Tashi Brauen die über sechs Meter lange und drei Meter breite weisse Membran im Künstlerhaus S11 in Solothurn direkt im Raum installierte, griff er für seine Diplomarbeit Surround zur Fotografie. Fasziniert vom Wechselspiel zwischen räumlichen Arbeiten und der fotografischen Wiedergabe derselben, kombiniert er in Surround Aufnahmen von realen Räumen mit Aufnahmen von selbstgebauten Modellen in Puppenhausgrösse. Weil die realen Räume durch die farbigen Lichtquellen stark verfremdet werden und die Modellräume sehr authentisch wirken, wird die Identifikation der künstlichen Räume erschwert und damit die Tauglichkeit der Fotografie als Möglichkeit der Wiedergabe von Realität kritisch hinterfragt. – Irène Zdoroveac