Wie präzise Forschungsergebnisse einer visuellen Untersuchungsanordnung über die Eigenschaften von Raum äussern sich die Werke von Sebastien Verdon. Einzelne Fragmente, die in zahlreichen Repetitionen grössere Strukturen und Cluster ergeben, verdichten sich zu einer Vision des Unendlichen. Diese polare Ambivalenz zwischen dem Nichts und der unfassbaren Dichte eines schwarzen Lochs bilden die wissenschaftlichen Referenzpunkte für den Neuenburger Künstler. Während die Fotografie die Funktion einer deskriptiven Aufzeichnung eines vergangenen Prozesses einnimmt, beschreibt die Zeichnung eine Hypothese eines potentiellen Zustands. Beide Elemente aus disparaten Raum-Zeit-Verhältnissen werden im Zusammentreffen der Disposition zu Instrumenten einer erneuten Analyse des Raums. Das fotografische Selbstbildnis manifestiert als dritter Referenzpunkt den Raum und wird zugleich im Sinne der Interpassivität Slavoj Žižeks zum Mittler und Stellvertreter des abwesenden Künstlers. Das futuristische Porträt mit der zweifarbigen 3D-Brille nimmt dabei eine aktive Rolle ein und degradiert den Betrachter zum Objekt. – Franz Krähenbühl