DANS TA LIFE – abgeleitet von einem Dentalprodukt für Hunde – lautet der Titel für Caroline Schattling Villevals gleichnamige Arbeit über die Begegnung dreier Figuren, die sich um eine teils anthropomorph, teils maschinell anmutende Skulptur versammelt haben. Ihren Blick in die Mitte gerichtet, reflektieren sie die Bedeutung ihrer in der Zeitlichkeit verhafteten Daseinsform. Die Kreaturen sind Teil einer Geschichte, Teil eines Stückes, das durch die Besucherinnen aktiviert wird. Mittels in einem Ständer platzierter Texte, die frei ausgewählt und in die Hand genommen werden können, werden die Betrachterinnen herausgefordert ein eigenes Narrativ entstehen zu lassen. Ausgangspunkt der künstlerischen Praxis von Caroline Schattling Villeval bildet die Beleuchtung unterschiedlicher Geschichten, die ihr in ihrem Umfeld begegnen. In dem sie sich den daraus entwachsenden individuellen, ideellen oder frei erfundenen Figuren bedient und zwischen Realität und Fiktion verortet, werden soziale Konzepte einer Neuordnung zugänglich gemacht. Ihr Werk entsteht dabei nicht in der Abgrenzung oder Differenzierung, sondern in der Auslotung vermeintlich gefestigter Strukturen. Das Werk verwandelt sich zur offenen Bühne, Spielfläche, Kontemplations- und Begegnungsraum. Dieses transformatorische Potenzial ermöglicht es der Künstlerin ein feines Netz relationaler Verknüpfungen zwischen den Figuren und den Besucher*innen aufzuspannen. In dem sie diese Verflechtung nicht aufzulösen sondern zu verdichten versucht, im Wissen um deren nie ganz verschwindenden Unfassbarkeit, werden die im Leben konstitutiv eingeschriebenen Differenzkonstruktionen und Denkmuster offengelegt und neu verhandelt.
Text von Céline Matter