Romane de Watteville

Plattform2021

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A Room Within a Room, Plattform21 at MASILugano, 2021
Photo credits: Mattia Angelini

A Room Within a Room, Plattform21 at MASILugano, 2021
Photo credits: Mattia Angelini

A Room Within a Room, Plattform21 at MASILugano, 2021
Photo credits: Mattia Angelini

A Room Within a Room, Plattform21 at MASILugano, 2021
Photo credits: Mattia Angelini

Im ersten Teil des Triptychons von Romane de Watteville erscheint die Malerin in Form eines Selbstporträts, in dem sie ein Selfie macht. Da es abgesehen vom Selbstbildnis keine weiteren Figuren im Gemälde gibt, entsteht der Anschein, dass das, was wir sehen, eine Art mentaler Raum der Künstlerin repräsentiert. Die Ausstattung des Raumes spiegelt dabei ihre Haupteinflüsse und Referenzen wider und wird somit zum Co-Protagonisten. Die Räumlichkeit im Bild könnte als eine Art Filmset gesehen werden, in dem unsere Fantasie freie Bahn hat und wir uns selber ausmalen können, was hinter den Türen und Durchgängen geschieht. Diesen Anspielung auf ein “Off” jenseits des Gemäldes gibt dem Werk eine zusätzliche Aura des Mysteriösen.
Ein wichtiger Bezugspunkt für Romane de Watteville bei der Entstehung des Werkes war das Rundbild Die Klarwelt der Seligen von Elisàr von Kupffer. Wie Elisàrs Werk, das auf dem Monte Verità ausgestellt ist, besteht auch de Wattevilles Arbeit aus mehreren Teilen, die zusammen ein Panorama bilden, in dem sich verschiedene Szenen abspielen. In beiden Werken werden wir aufgefordert, uns dem Gemälde zu nähern und Teil des gemalten Raumes zu werden, damit wir dessen kompositorische Komplexität erkunden können. Romane de Watteville macht das Rundbild zum Leitmotiv ihres Gemäldes, indem sie es an verschiedenen Orten in der Dekoration und Ausschmückung des Gemäldes integriert. Ihre Arbeit bezieht sich zudem auf weitere Inspirationsquellen, die im Werk der Künstlerin untrennbar ineinander übergehen: von der Geschichte der klassischen Malerei, der Tapisserie, dem Kino, der Welt der Mode und persönlichen Erinnerungen. Ihre Referenzen für die Ornamente des Werkes reichen von Sandro Botticellis Geburt der Venus, über ein Detail eines Gemäldes von G. P. Rizzoli, das Teil der Sammlung des MASILugano ist, bis hin zu Sylvie Fleurys Bedroom Ensemble, den verspielten Blusen der Designerin Miuccia Prada oder sogar bestimmten Elementen von Romane de Wattevilles eigener Wohnungseinrichtung – in einigen Teilen direkt, in anderen hingegen versteckter dargestellt.

Übersetzung: Plattform team