Matthias Huber

Plattform2013

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Schwarze Quadrate, Sammlung von schwarzen Quadraten,
seit 2008 (fortlaufend)

Schwarze Quadrate, Sammlung von schwarzen Quadraten,
seit 2008 (fortlaufend)

Plattform13, Matthias Huber, Ohne Titel, Acryl & Öl auf Holz, 2013

Plattform13, Matthias Huber, Ohne Titel, Acryl & Öl auf Holz, 2013

Ohne Titel, Acryl auf Holz, 10-teilig, 2012

Ohne Titel, Acryl auf Holz, 10-teilig, 2012

9 ways to build a square, Direktdruck mit Lochplatten, Öl & Kunstharz
auf Papier, 2011

9 ways to build a square, Direktdruck mit Lochplatten, Öl & Kunstharz
auf Papier, 2011

Streifen, Acryl & Ölkreide auf Holz, 7-teilig, 2012

Streifen, Acryl & Ölkreide auf Holz, 7-teilig, 2012

Krawatte (Mod. II) feat. Suprematismus, Öl & Kunstharz auf Papier,
2-teilig, 2011

Krawatte (Mod. II) feat. Suprematismus, Öl & Kunstharz auf Papier,
2-teilig, 2011

wDie Arbeiten von Matthias Huber können als Momentaufnahmen einer semiotischen Suche bezeichnet werden, die überlieferte sinnstiftende Systeme hinterfragen. Sie sind fragmentarische Zeugen eines Kontinuums, von dem nur eine Vorstellung existiert. Durch das Nebeneinanderhalten solcher zusammengehörender Arbeiten ergibt sich unweigerlich ein neuer Zusammenhang, der kaleidoskopartig, je nach Bewegungs- oder Richtungswechsel, ein neues Bild, eine neue Einheit oder eine neue Kausalität suggeriert. Dabei bedient sich Huber nicht nur der Malerei, sondern verwendet dafür auch vorgefundenes Material, lichtempfindliche Bildträger oder die Fotografie.

In der Diplomausstellung in der Kunsthalle Basel zeigte er zehn vorder- und rückseitig bemalte Holztafeln unterschiedlicher Grösse, die ein Momentum in seinem Malprozess einfingen – die Holztafeln hätten bereits im nächsten Augenblick wieder von ihrer Halterung genommen und im Atelier übermalt, erweitert oder verworfen werden können. Die Bildfindung, die sich in einem geschlossenen Gemälde meist nur anhand von Malspuren nachvollziehen lässt, wird bei Matthias Huber zum Bildinhalt gemacht. In einem abstrakt malerischen Gestus werden Formen gefunden, verfolgt oder verändert, wobei die Farbgebung als Formelement eingesetzt wird.

In seiner Arbeit untersucht Huber auch die Grenzen verständlicher Darstellungsmöglichkeiten. Eine Broschüre, die zur Vermeidung von Einbrüchen beitragen sollte, kehrt sich so durch das Weglassen des Textes in eine Anleitung um, die nur noch stumm die Bilder dafür zeigt (La Protection de la Maison, 2012). Die sinnstiftende Wort- und Bildkonstellation wird aufgebrochen, separiert und neu aufgelistet ad absurdum geführt. Für 50 Places (2010) ordnete Huber die in einer Schachtel im Brockenhaus zurückgelassenen und mit Ländern beschrifteten Papierstreifen akribisch alphabetisch an. So kam «Afrika» neben «Algerien» und «Bali» zu liegen. Seit 2011 sammelt Huber abgefallene Bruchstücke von Kunstwerken anderer Künstler, die er in Ausstellungsräumen gefunden hat. Jedes Teilchen erhält ein eigenes, wiederverschliessbares Plastiktütchen, das auf einem Etikett dessen Fundort, zugehöriges Kunstwerk und Beschreibung trägt. Würde man all diese Fragmente zusammenfügen, ergäben sie dann eine Meta-Skulptur? – Jeannette Weissww.matthias-huber.ch