Gina Folly

Plattform2015

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Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, Magic Box, Ausstellungsansicht SALTS, Birsfelden, 2015

Gina Folly, Magic Box, Ausstellungsansicht SALTS, Birsfelden, 2015

Gina Folly, Magic Box, Ausstellungsansicht SALTS, Birsfelden, 2015

Gina Folly, Magic Box, Ausstellungsansicht SALTS, Birsfelden, 2015

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, I'll call you later, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014

Gina Folly, I'll call you later, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014

Gina Folly, I want to do to you what spring does
to the cherry tree, Ausstellungsansicht Coalmine
Winterthur, 2014

Gina Folly, I want to do to you what spring does
to the cherry tree, Ausstellungsansicht Coalmine
Winterthur, 2014

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, Magic Box IV, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Gina Folly, I'll call you later, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014

Gina Folly, I'll call you later, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014

Babyspinat-Smoothie und Outdoor-Funktionskleidung sind nicht nur unheimliche Worterfindungen, sondern auch symptomatische Beispiele der gegenwärtigen menschlichen Beziehung zur Natur und ihrer ökonomischen Zusammenhänge. Je mehr sich der Mensch im Zuge der Industrialisierung durch die zunehmende Verstädterung und Arbeitsrationalisierung von ihr entfernte, umso stärker nahm diese Einzug in seinem Imaginären und wurde zum Ort der Sehnsucht. Es war die Blütezeit der domestizierten Natur in Form von Parks, Gewächshäusern und zoologischen Gärten. Als sie beinahe nur noch als IMAX-Film und Bildschirmschoner präsent war, suchte der Mensch nach einer Wiederannäherung unter dem Vorzeichen einer ausgeglichenen Work/Life-Balance. In einer scheinbaren Befreiung vom Effizienzzwang der 1980er Jahre («Fitness») und der Selbstbezogenheit der 1990er Jahre («Wellness») traten ab der Jahrtausendwende in schwindelerregender Kadenz neue Gesundheitskonzepte an den Tag, die den Einklang von Körper, Geist und Umweltbewusstsein zelebrierten.

Gina Folly thematisiert diese bisweilen absurden Zusammenhänge, vermeidet aber das Offensichtliche. Sie prangert nicht die portionsweise verabreichte Natur als Lifestyle-Produkt an; ihre Arbeiten fokussieren vielmehr auf die ästhetischen Qualitäten dieser Erscheinungen. Sie handeln von Vernetzung und Kommunikation, sei es durch die potenzielle Einwirkung von Musik auf das Wachstum einer Pflanze oder als skulpturales Element in Form von exponierten Verkabelungen, durch Videoaufnahmen von Menschen, die sich über soziale Netzwerke austauschen, oder in der rhizomatischen Struktur von Ingwerskulpturen aus Ton. Kommunikation kann auch zwischen Werk und Betrachter stattfinden – etwa wenn die Künstlerin Tageslichtlampen verwendet, die den Serotonin-Spiegel beeinflussen und als Therapie gegen Depressionen und Schlafstörungen eingesetzt werden. Ähnliche Prozesse der Übertragung und Umdeutung stehen im Fokus ihrer aktuellen Auseinandersetzung mit den Futterboxen für die Schimpansen im Basler Zoo, die sich in ihrer Funktionsweise dem Termitenhügel entlehnen, in ihrer visuellen Erscheinung aber Skulpturen der Minimal Art ähneln. Natur, Künstlichkeit und Kunst finden so Eingang in Beobachtungen über das Zeitalter von Power Yoga und bioaktiven Vitalstoffen. – Charlotte Matter