Gilles Rotzetter widmet sich in seinem grösstenteils malerischen Œuvre historischen und politischen Themen und verweist auf deren Einflüsse auf die Gegenwart. Sein neuester mehrteiliger Werkkomplex über das Projekt der Schweizer Atombombe basiert auf einer mehrjährigen künstlerischen Recherche und bietet einen Einblick in einen wenig erforschten Abschnitt der Schweizer Geschichte. In Swiss Atom Love Part 3 (2017) verbindet Rotzetter seine malerische Praxis mit seiner konzeptuellen Recherchearbeit und schafft in einer komplexen multimedialen Installation Gegenüberstellungen, die das Selektieren und assoziative Montieren von Fakten thematisieren, wie es bei jeder Form von Forschung und Archivierung – bei der Konstruktion nationaler Geschichte – präsent ist.
Gilles Rotzetter (*1978, Vevey/CH) hat einen Master an der HSLU abgeschlossen. Er lebt und arbeitet in Luzern. Einzelausstellungen (Auswahl): Ghosts of the Great Highway, Galerie Marthaler, Montreux (2014); Blasted Glory, Espace Niki de St-Phalle/Jean Tinguely, Fribourg; Night of the Jelly-Taxonomy, Sic – Raum für Kunst, Luzern; Wild Lonely, Galerie Paul Hafner, St. Gallen (2013); Slanted & Enchanted, Fri-art, Freiburg (2008); Gruppenausstellungen (Auswahl): Y’a pas le feu au lac, Kunst(Zeug)haus, Rapperswil (2016); Zwischen Aufbruch und Abbruch, Kunsthalle Luzern (2015); L’harmonie des extrêmes, Stadtgalerie, Bern; Jester – Esther Altorfer, Duflon Racz, Bern (2014); Rock the Cashba, Instituto Svizzero, Rom (2011); Hadrien Dussoix, Gilles Rotzetter, Galerie Paul Hafner, St. Gallen (2010).