Dijan Kahrimanovic

Plattform2015

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Dijan Kahrimanovic, Ohne Titel, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Dijan Kahrimanovic, Ohne Titel, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Ausstellungsansicht Diplom F+F
Schule für Kunst und Mediendesign, Zürich, 2014

Dijan Kahrimanovic, Ausstellungsansicht Diplom F+F
Schule für Kunst und Mediendesign, Zürich, 2014

Dijan Kahrimanovic, Performance, Diplom F+F Schule
für Kunst und Mediendesign, Zürich, 2014

Dijan Kahrimanovic, Performance, Diplom F+F Schule
für Kunst und Mediendesign, Zürich, 2014

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Ohne Titel, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Dijan Kahrimanovic, Ohne Titel, Installationsansicht Plattform 15, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

Dijan Kahrimanovic, Gefundenes und eingescanntes Negativ, 2015

In einer grauen Plastikbox aus dem Baumarkt, in denen man das Werkzeug im Keller versorgt, sind gestapelt: ein Diaprojektor; Kabel; Bücher; eine zusammengerollte Leinwand und ein Gestell aus Holzimitat. Die Box steht etwas verloren da, und niemand weiss so recht was damit anfangen. Dann kommt Dijan Kahrimanovic und holt die Sachen heraus, rollt die Leinwand auf, gleicht die Projektionshöhe mit den Büchern aus. Er lässt sich dabei Zeit, es ist noch ein bisschen schräg.

Er denkt auf Bosnisch und redet auf Schweizerdeutsch, manchmal auch umgekehrt, zu ihm gehören hier und dort, und doch weder hier noch dort. Seine künstlerische Praxis ist ein Spiel mit Identitäten und die Grenzen zum Privaten bewusst offen gehalten. Hat die Performance schon begonnen, während der Künstler das Setting aufbaut? Ist sie als Möglichkeit bereits in der materiellen Anlage vorhanden? Vielleicht findet sie auch ausserhalb der Ausstellungsräume statt, wenn der Künstler seinen blauen Pass mit einer roten Folie und einem weissen Kreuz beklebt, und bei der Einreise in Bihac deswegen stundenlang ausgefragt wird.

Für seine Performances sammelt Dijan Kahrimanovic entsorgte Negative. Die Bilder zeigen Szenen aus dem Leben, wie es für das private Familienalbum inszeniert wird. Junge Männer bei der Rekrutenschule, etwas peinlich berührt und doch stolz posierend; Familienfeiern, das Essen mit Sulz überzogen und mit gekochten Eiern verziert; Ferien in Griechenland und Italien, das Ehepaar posiert abwechselnd vor dem gleichen Hintergrund, den Reiseführer in der Hand; das materielle Hab und Gut, das neue Auto, und die Haustiere, die Katze, der Hund. Wie unterscheiden sich private Fotografien aus der Schweiz und aus Bosnien? Welche ästhetischen und inhaltlichen Verschiebungen ergeben sich durch andere Kontexte, welche gemeinsamen Konventionen machen sich bemerkbar? Dijan Kahrimanovic gleicht diese Fotografien mit seinen Erinnerungen ab, findet Übereinstimmungen oder erkennt sich gerade in den Unterschieden. Daraus entstehen improvisierte Erzählungen, Selbstgespräche und Dialoge mit den Bildern. Dann stellt er den Projektor ab, rollt die Leinwand zusammen und versorgt wieder alles in der Box. – Charlotte Matter