Die schlichte Installation hebt sich vom Rest der Ausstellung ab und verweist auf eine Reihe von Experimenten der Künstlerin, bei denen sie das akustische Potenzial eines bestimmten Ortes durch sich wiederholende Abläufe auf Instrumenten wie einem E-Bass oder einem Paar Schlagzeugstöcken erkundete. Hier hingegen trennen uns der Ton und die Publikation für einen Moment vom knarrenden Boden. Durch das Klangstück und durch das Umblättern der Seiten erschliesst sich von dieser Hörstation aus allmählich ein neuer Ort.
Wir tauchen ein.
Die Klangkomposition wurde in einem einzigen Take von etwa 40 Minuten auf der Melodica, einem Instrument mit atmungsaktiven Tasten, gespielt. Die Künstlerin arbeitete mit verschiedenen Effekten und spielte mit bestimmten Harmonien, um Klangtexturen zu schaffen, die sich mit den ineinander verschlungenen Akkorden verweben und einen Schleier formen, der uns langsam einhüllt.
Wir verlieren den Boden unter den Füssen.
Die Bilder, denen wir in der Publikation begegnen, stammen aus dem Fotoarchiv der Künstlerin. Sie sind das Ergebnis einer Störung ihrer Kamera. Durch die Verwendung dieser unerwarteten Bilder gelingt es der Künstlerin, die Lücke zwischen ihren Klangschöpfungen und ihrer fotografischen Praxis zu schliessen. Die Überbelichtung des Films zeigt körnige Flecken, die das Spektrum der Klangkomposition widerspiegeln.
Wir schauen nach oben.
Wie der Stuhl, der dem Fenster zugewandt ist, bietet die gesamte Installation eine Öffnung und einen Hauch frischer Luft innerhalb der Ausstellung. Es steht allen frei, sich auf ihre eigene Reise zu begeben.
Wir atmen.
Übersetzung: Plattform team
Photo credits: Guadalupe Ruiz