No evil shall prosper
My wings are spread
Imma be the flyest chick
Die Arbeiten von Alexandra Shéhérazade Salem beschäftigen sich mit dem Körper und der Performance. Ihre hiesige Installation kann als Bühnenbild gelesen werden, dessen Aktivierung jedoch nicht die Anwesenheit der Künstlerin erfordert. Der Raum ist als Übergangsmoment konzipiert, als Ort eines introspektiven und befreienden Wandels. Die hörbare Tonarbeit ist der erste Schritt auf dem Weg des spirituellen Erwachens und bezieht sich auf die Befreiung des Körpers – sowohl in einem persönlichen als auch im gesellschaftlichen Zusammenhang.
Die Verwendung des ornamentalen Vokabulars kann als schützendes Element und Identitätsbekundung gegenüber dem gängigen Kanon des "guten Geschmacks" gelesen werden. Weit entfernt von den narzisstischen Assoziationen des Westens ist der Spiegel häufig im nahöstlichen Kontext zu finden. Er wird mit zeremoniellen Praktiken assoziiert und birgt poetische wie sakrale Bezüge. Der Spiegel dient der Selbstreflexion und ist ein Portal zu anderen Welten und Daseinsformen.
Das Tuch verweist auf weibliche Tanzrituale, die eine sinnliche Verbindung zum eigenen Körper ermöglichen. Indem die sonst üblichen dekorativen Pailletten durch Spiegel ersetzt werden, wird diese Praxis in eine Beziehung zum Göttlichen und Heiligen gesetzt. Die Bewegung, welche die körperliche Auseinandersetzung mit dem Weiblichen in einen emotionalen und spirituellen Rahmen stellt, wird als Heil- und Pflegeprozess gedeutet. Die Verwendung von Haaren ist Teil dieser Neuinterpretation von Körpermerkmalen, da die aus den Locken geformten Herzen den in der iranischen Dichtungstradition mit Liebe assoziierten Rosen entsprechen. Indem die Künstlerin unser Bedürfnis nach Liebe evoziert, appelliert sie an die Kraft der Verletzlichkeit und lädt uns ein, unsere Beziehung zur Gesellschaft neu zu gestalten.
Übersetzung: Plattform team
Photo credits: Guadalupe Ruiz
Hip scarf in collaboration with Kumrije Saiti