Yann Stéphane Bisso

Plattform2023

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Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

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Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

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Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

Drift, Plattform23 at Espace Arlaud Lausanne, 2023

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Drift, 2023

A1: Nature morte à l’escargophone
A2: Un arbre à palabres
A3: Whisper from sky, nuit

In Yann Stéphane Biscauts Serie Drift verschmelzen unterschiedliche Welten aus verschiedenen Zeiten und geografischen Orten zu hybriden Traumlandschaften. Im grössten der drei Bilder, Un arbre à palabres (2023), treffen bedrohliche Gewitterwolken mit gespenstischen Schatten auf weitläufige Felder mit blauem Himmel. Tief fliegende Albatrosse stehen in der Mittagshitze fast gänzlich still, unzuordenbare Kreaturen fallen aus den milden Wolken eines prärieartigen Abschnittes, der Horizont wird in der Mitte des Bildes gebrochen. Eine rhythmische Lektüre voll unterschiedlicher Tiefen und Strukturen der Malerei wird durch den unebenen, gepolsterten Untergrund weiter verstärkt. Kategorisierungen werden in Biscauts Landschaften weitgehend abgelehnt. Durch den Untergrund zwischen Shaped Canvas und Skulptur wird die angedeutete Hybridität weiter manifestiert.

In Anlehnung an die Recherche zur diasporischen Kultur des karibischen Philosophen und Schriftstellers Edouard Glissant und dessen Verständnis des Begriffes der créolisation öffnet Yann Biscaut in seiner Malerei eine Reflektion über das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Realitäten innerhalb einer geografischen und spirituellen Reise in drei Etappen. Als ersten Abschnitt versteht Biscaut das Verlassen des Geburtsortes, gefolgt von einer Reise im übertragenen Sinne zwischen der Romantisierung des zurückgelassenen Heimatlandes und der Konfrontation mit sozialen und kulturellen Räumen eines neuen Ortes. Der Fokus von Biscauts Malerei liegt im letzten Abschnitt dieser Reise, welcher von einem intermediären und spirituellen Raum spricht, zwischen dem ursprünglichen Heimatort und einer zunehmenden Verankerung in neuen geografischen Gebieten. In seinen Landschaftsbildern schöpft der Künstler aus diesem traumhaften Zustand zwischen Erinnerung und Fantasie, wobei er eine intime Reflektion über Themen der Verwurzelung, der Identität und unserem Verständnis von Ort und Zeit beleuchtet. Zwischen Landschaftsmalerei und Shaped Canvas, nimmt Drift so nicht nur direkten Bezug zur Geschichte des Mediums der Malerei, vielmehr eröffnet sich in Biscauts Landschaften auch ein Portrait des Künstlers selbst und eine Annäherung an die eigene diasporische Identität.

Marius Quiblier

Photo credits: Margot Sparkes