Yamu Wang

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& Ich & I & ch &, 2018

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& Ich & I & ch &, 2018

& Ich & I & ch &, 2018

Yamu Wang packt in ihre Arbeiten Frage zu Konstitution von Identität, Herkunft und Sprache. Ihr Hauptwerkzeug und Ausdrucksmittel ist der Text, mal in seiner reinsten Form auf Papier, mal mithilfe filmischer Arbeiten oder Folie, an einer Wand angebracht. Zentral sind die Titel für ihre Auseinandersetzungen; Schicht um Schicht schält sie mit ihren präzis platzierten Hinweisen verschiedene Deutungsebenen und Betrachtungs-weisen heraus, so ist sie immer auf der Spur unserer unbewussten und uns täglich beeinflussenden Identifikationsstrukturen.

& Ich & I & ch & dreht sich gleichzeitig um die Künstlerin selbst, uns alle oder die Betrachtenden allein. Das von der Wand prangende, auf Plexiglas montierte Neon fordert uns zur Auseinandersetzung auf: Ist es ein Künstlerstatement oder eine existenzialistische Befragung? Worauf gründet das «Ich» und was für eine Rolle spielt in diesem Fall die nationale Identität als Schweizerin oder Nicht-Schweizerin? Beide sind vom Menschen aufgestellte Konzepte, ­somit stehen sie für soziale und politische Konstruktionen. Weiter kommt eine subtile, sprach­liche Komponente hinzu: Das englische «Ich» bleibt auch nach der Verstümmelung des deutschen «Ichs» bestehen. Ein weiterer Schritt der Dekonstruktion der drei Buchstaben I CH bringt das englische «I» und das Kürzel für «Confoederatio Helvetica» hervor. Wang interessiert sich in diesem Zusammenhang ebenso für das «und». Die ständige Erweiterung ist dem leuchtenden Neon eingeschrieben, nicht zuletzt, wenn wir auf Antworten wartend auf der Bank sitzen. Zugleich kann es auch humorvoll als «the artist I» gelesen werden, da Leuchtstoffröhren schon zu oft Träger eingängiger (männlicher) Statements waren.

Yamu Wang (*1986) absolvierte den Bachelor
an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie lebt, studiert und arbeitet in Zürich.