Die Maschine atmet ein. Durch die Luftzufuhr füllt sich die Installation, beansprucht immer mehr Raum und macht ihn dem Betrachter streitig. Die Maschine atmet aus. Langsam entleert sich das Stoffgebilde, zieht sich zurück und gibt den Platz wieder frei. Sabina Gnädinger interessiert sich für das nicht Greifbare. Luft wird in ihren Arbeiten erfahrbar gemacht und inszeniert. Zur Entwicklung ihrer pneumatischen Installationen arbeitet die Künstlerin eng mit Spezialisten zusammen. Die Begeisterung für Maschinen treibt sie dabei genau so an wie die Faszination für Bewegungsmechanismen und deren Funktionsweise. Ihre Installationen befinden sich an der Schnittstelle zwischen Natur und Technik. Durch die rhythmische Bewegung muten sie organisch an, wirken aber gleichzeitig äusserst synthetisch durch die eingesetzten Maschinen, die nicht versteckt, sondern bewusst ausgestellt werden. Statische Skulpturen sind für Gnädinger nicht von Interesse. Viel lieber erforscht sie Zustände, die sich innert kurzer Zeit wandeln können. So entstehen kaum fassbare Plastiken, deren Form und Funktion in gegenseitiger Abhängigkeit stehen. – Charlotte Matter