René Fahrni fährt mit seinem Moped in den Baumarkt, kauft Latten, Leim und Lack. Fahrnis künstlerisches Ich wünscht sich einen Konzertflügel. Wenige Tage später steht dieser bereit, zumindest der Form nach. Hausmusik ist ein ausgehöhltes, auf das Gerüst reduziertes, aber massstabgetreues Instrument, das sich als Dekonstruktion einer Stil- und Kulturikone liest. Fahrnis Werke sind entweder mit Witz paraphrasierte Versatzstücke der Realwelt oder zur Introspektion bestimmte Modellwelten. Seine (Architektur-)Modelle funktionieren nicht als Imitation baulicher Strukturen, sondern als Veranschaulichung innerer Landschaften. Sie könnten als Ausdruck einer Generation verstanden werden, die sich nicht über den passiven Konsum definiert, sondern über das eigene konstruktive Potenzial. Damit stellt Fahrni der ansatzweise virtuell gewordenen Alltagsrealität eine handfeste, phantastische Fabelwelt entgegen. Do-it-yourself als Ausdruck einer neuen, sinnstiftenden Tätigkeit der Net-Generation? René startet den Motor seines Mopeds. Nicht die Ideen sind ihm ausgegangen, sondern Gips, Graphit und Graukarton. – Marcel Henry