Die Rauminstallation, eine Assemblage von Bar-Requisiten, gleicht der ausgedienten Filmkulisse eines Low-Budget-Westernstreifens. Der suggestive Titel «Believe What You See» wirkt suspekt. Nur kurze Zeit währt der Glaube an die Unversehrtheit der einzelnen Raumelemente, bis Widersprüche und Ungereimtheiten die anfängliche Illusion demontieren. Ein solider, gedeckter Tisch entpuppt sich beispielsweise als fragiles, der Funktion enthobenes Gerippe, denn die fehlende Tischplatte wird nur durch ein gespanntes Tuch ersetzt. Die ironisch aufgeladenen Arbeiten von Nicholas Leverington fordern einen relationalen Rezipienten, der aktiv werden muss, um seine trügerische Wahrnehmung zu überprüfen. Erst die Verweigerung der Aufforderung im Titel und die daraus resultierende Partizipation des Betrachters konstituieren die Arbeiten. Die durch den Künstler entworfenen Parallelräume funktionieren als simultane körperhafte Möglichkeiten, wie sie Roland Barthes als Simulacrum definiert. Sie agieren als Spiel zwischen der fiktionalen Freiheit sowie den Doppeldeutigkeiten der Illusion und appellieren damit an eine kritische Haltung gegenüber alltäglichen Gegebenheiten. – Franz Krähenbühl