Mohamed Abdelkarim

Plattform2017

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Die performative Praxis von Mohamed Abdelkarim ist verwurzelt in einer Forschungsarbeit, einer Art künstlerischen Historiographie, zu Fragen von Geschlecht und Nationalismus im frühen 20. Jahrhundert. Anhand von historischen Figuren entwickelt Abdelkarim multimediale Performances, die filmische, theatrale und erzählerische Praktiken zusammenbringen. In der Performance wird der narrative Charakter von historischen Wahrheiten und die Möglichkeit einer alternativen Geschichte sichtbar. In der für Plattform17 entstandenen multimedialen Installation Nothing Flashes From the Other Court, Except a Little (2017) kommen performative und installative Praxis zusammen. Die Arbeit beschäftigt sich, wie bereits frühere Performances, mit der Biographie von Isabelle Eberhardt (1877–1904), einer Genferin, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in männlicher Kleidung unter dem Namen Si Mahmoud Saadi als Nomadin in Nordafrika lebte. Anhand von modifizierten Zitaten und Skizzen aus Isabelles Tagebüchern und assoziativ angeordnetem Archivmaterial nimmt die Installation ihre duale Identität als einen Ausgangspunkt für eine Reflexion über Geschlechteridentität und Rollenzuweisungen.

Mohamed Abdelkarim (*1983, al-Minya/EG) hat einen Master an der ECAV abgeschlossen. Er lebt und arbeitet in Kairo. Einzelausstellungen: Ahmed’s Revenge And Other Untold Stories, Sharjah Art Gallery, Kairo (2015); TWS, Tokio (2013). Gruppenausstellungen (Auswahl): ISOE [In Search of Europe], Kunstraum Bethanien, Berlin (2013); Border disorder, Gallery Depo, Istanbul (2009). Performances (Auswahl): Guild Master of Cabaret der Künstler, Cabaret Voltaire, Manifesta 11, Zürich (2016); 98 weeks bazaar at the Thessaloniki biennale, Thessaloniki (2011); Middle east films, Slovakia Film Festival, Bratislava, Slovakia (2009).