Bei Luc Mattenbergers maschinellen Vorrichtungen, die seit 2003 zu seinen zentralen Werken gehören, handelt es sich um «Maschinen», die jeglichen praktischen Nutzens entbehren und trotz ihrer technischen Präzision nur als ‹Dekor› auftreten. In dieser Präsenzform machen sie auf die Ungewissheit der sozialen Funktion von Maschinen aufmerksam. Zwei dieser maschinellen Vorrichtungen mit den Titeln Excavatrice und 86 hours running container dürfen hier kurz vorgestellt werden. Bei der Arbeit Excavatrice (2006) handelt es sich um einen Motor, der sein Potential als funktionstüchtige Maschine zwar dokumentiert, aber keine eindeutige Spur von Verschmutzung oder Zerstörung hinterlässt. Die «Maschine» zeugt in ihrer Nutzlosigkeit lediglich von einer drohenden Aggression. Bei der Arbeit 86 hours running container (2006), ebenfalls ein Motor, der während 86 Stunden vor sich hinrattert und toxische Gerüche und lärmende motorische Geräusche von sich gibt, wird der Akzent jedoch stärker auf die Defunktionalisierung des Motors gesetzt. Hier geht es dem Künstler darum, die Faszination für das wiederzufinden, was das Essentielle einer Maschine ausmacht: Die Magie des Funktionierens einer Maschine und nicht ihre Funktion selbst; es geht um eine Art von Autonomisierung, einer Art von Kampf gegen die grosse nützliche und produktive Maschine. Beide Arbeiten verweisen auf eine «Spur» von Funktionalität, sind gleichsam Katalysatoren von Phantasien und Verwundungen (z.B. Umweltverschmutzung). Auf diese Thematik bezieht sich auch die in der Ausstellung gezeigte Arbeit mit dem Titel Putsch. Eine pendelnde Gebäudeabbruchkugel, ihrer Abbruchfähigkeit entraubt, schwingt gleichmässig durch den Hauptraum eines unter Denkmalschutz gestellten Gebäudes. Die Kugel fragt rauschend nach dem Sinn eines zur «heiligen Stätte» und zum «Dekor» erhobenen Gebäudes und mahnt uns damit an die Bedrohung des ewigen Erstarrens. – Seraina von Laer