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Zwei Aspekte sind für Joëlle Allets Arbeiten besonders kennzeichnend. Zum einen macht sie den Rezeptionskontext der Werke selbst zum Thema, zum anderen sucht Allet, die vor ihrem Abschluss an der Zürcher Hochschule der Künste eine Ausbildung als Designerin absolviert hat, immer wieder die Schnittstelle zwischen Kunst und Design. So erinnert die Diplomarbeit Platzhalter (2008) – eine an die Wand in der Ausstellung angebrachte Markierung durch ein Holzobjekt – an Formen des Möbel-Designs. Mit der Besetzung der räumlichen Einheit Wand durch eine künstlerische Arbeit, die doch offenbar nur stellvertretend für etwas ‹Eigentliches›, jedoch Undefiniertes steht, nimmt Allet gleichzeitig den Betrachter selbst in die Verantwortung, den Assoziationsraum zu füllen. Ihre zweite Diplomarbeit Verlauf (2008) involvierte den Besucher als Teilnehmer am Kunstwerk auf noch direktere Weise: Ein 40 Meter langer Streifen aus einzelnen Schlagschnurlinien aus rotem Pigmentstaub wurde im Laufe der Ausstellungseröffnung von den darüber schreitenden Personen mehr und mehr verwischt und am Ende des Abends bedeckte eine rote Patina den Hallenboden. Die Subtilität, mit der Joëlle Allet ihre Arbeiten im Ausstellungskontext inszeniert, ist bemerkenswert. Darüber hinaus verleiht die Künstlerin ihren Werken parallel zur konzeptuellen auch eine faszinierende ästhetische Dimension. – Reto Thüring