Inhaltlich schreien uns seine Arbeiten regelrecht entgegen, ziehen uns so in ihren Bann und wecken den Forschenden in uns. Lässt man sich darauf ein, eröffnen sich tiefe Einblicke und ebenso weite Ausblicke in und über die Geschichte der menschlichen Schöpfungsleistung. Die Referenz auf die Kunstgeschichte spielt dabei eher eine sekundäre Rolle, Kiefer arbeitet lieber mit von der Kunst entfernteren Gebieten und Forschungsbereichen, wie der Herstellung und Gestaltung von Nahrungsmitteln, oder der Ästhetik von Gebrauchsgegenständen bis hin zum Display ebensolcher in Warenhäusern. Jüngst beschäftigte er sich im Rahmen seiner Einzelausstellung im Kunsthaus Baselland mit dem Phänomen des Handwerks als Modeerscheinung in den 1970er Jahren, als es quasi ‹in› war, seine Möbel und Einrichtungsgegenstände selbst zu entwerfen und zu produzieren. Zentraler Bestandteil der Ausstellung ist eine überdimensionale Duftlampe, welche den Geruch von Arvenholz im Raum verbreitet – eine unmittelbare Aufforderung, all unsere Sinne auf seine Arbeit zu richten. – Claudio Vogt http://www.jan-kiefer.com