Gerome Gadient

Plattform2022

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i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

i-mir (3b7.5269521, -1Te18.1973234), Plattform22 at Kunsthalle Palazzo Liestal, 2022

I don’t know what time it is.

Eine Gruppe von Lautsprechern, die tief am Boden hängen. Elektrische Kabel, die wie Brombeersträucher oder Adern verlaufen. Zwei Keramikkugeln, eine in Stoff eingewickelt, die andere sichtbar in ihrer Gesamtheit. Zwei Kopfhörer, die uns einladen, auf dem rechteckigen Teppich stehen zu bleiben, der die sanften Grenzen dieses unerwarteten Territoriums zieht. Klangschichten, die sich überlagern – tierische oder maschinelle Aktivitäten, verfremdete menschliche Stimmen, entfernte Winde und rauschende Musik. Dies sind Elemente, die sich in der Installation von Gerome Gadient wiederfinden. Das Ganze bildet eine skulpturale und klangliche Konstellation aus der eigenen elektronischen Kosmogonie des Künstlers. Doch im Gegensatz zu unserem Sonnensystem hat die zu erforschende Galaxie kein Zentrum, sodass jeder Mensch frei ist, sich auf seiner eigenen Reise treiben zu lassen, getragen vom Fluss des Klangstücks und geleitet von zwei runden, planetenähnlich geformten Objekten, die als visuelle Kompasse dienen. Der Titel erinnert an die Koordinaten eines fiktiven Ortes, eine Art raum-zeitliche Fata Morgana, wie der grüne Blitz (i-mir), ein visuelles Phänomen, das nur selten bei Sonnenuntergang auftritt. Das 20-minütige Klangstück setzt sich aus einer Collage eines fragmentarischen Monologs zusammen, der zusammen mit einer Freundin des Künstlers, Charlotte Horn, aufgenommen wurde. Die vom Künstler geschriebene, gesammelte, kopierte und modifizierte Geschichte wird durch intime, binaurale Feldaufnahmen und Musikkompositionen ergänzt. Zusammen bilden sie ein Mantra über die Unbeständigkeit und den Wandel aller Dinge. Die vertraute Fremdartigkeit des vorherrschenden Klimas weicht jedoch nie der Beklemmung. Ein Beweis dafür, dass die Zeit, die uns unaufhaltsam durcheinander wirbelt, sich auch lichten kann, wie erwärmte Luft, die über dem Boden schwebt und unseren Blick verschleiert, und uns schliesslich jenen Blickpunkt verschafft, den wir schon immer gesucht haben.

Übersetzung: Plattform team

Sampled vocal recordings with Charlotte Horn
Photo credits: Guadalupe Ruiz