In paradiesisch-romantischen Landschaften finden sich schwülstige, nackte, teils gekrümmte Figuren, welche die Umgebung sogleich wieder in eine abgründige verwandeln. Solche Brüche durchziehen Andriu Deplazes’ malerische Praxis. Die Stimmungen, welche er über den Farbeinsatz, die Ausdruckskraft der Figuren oder die ornamentartige Landschaft vermittelt, werden in ihrer Kombination stets wieder durchbrochen. Bei längerer Betrachtung lassen sich diese Dichotomien als subtile Ambivalenzen interpretieren: Die gequälten, leidenden Gesichter erhalten etwas Lustvolles und Triebhaftes, während die idealisierten und dekorativen Pflanzen organische, fast schon körperliche und fleischige Gestalt annehmen können. In seiner neuen Werkreihe verbindet Andriu Topoi, wie die Einsamkeit in der Natur oder die Dissonanz zwischen Eros und Tod, mit Beobachtungen aus seinem gegenwärtigen Alltag. Die androgynen Körper stehen exemplarisch für das Fühlen und die Wahrnehmung des eigenen menschlichen Körpers in der Natur. Jedoch scheint sich die Vorstellung einer paradiesischen, unmittelbaren Verbundenheit zur eigenen Umwelt nicht einzulösen.
Andriu Deplazes (*1993, Zürich/CH) hat einen Bachelor an der ZHdK abgeschlossen. Er lebt und arbeitet in Brüssel. Ausstellungen (Auswahl): CC Strombeek, Brüssel (2017); Grosse Regionale, Kunst(Zeug)Haus Rapperswil; Fine Art Consult, Knokke-Heist; Now where, now here, Malerei und Solo-Musik-Performance, LUCA Galerie, Brüssel (2016); Präsenz im Raum, Musikinstallation-/ Performance, Act-Performance-Festival Luzern und Genf (2015); Körperzeichnungen “Raum“, Zürich (2014).