Sveta Mordovskaya verfolgt in ihrer zeichnerischen und skulpturalen Praxis eine unmittelbare Konfrontation mit Dingen des Alltags und ihren vertrauten, körperlichen Relationen. Subtile Verschiebungen zwischen dem Status der Dinge und ihrer tradierten Zeichenhaftigkeit eröffnen einen poetisch-humorvollen Raum. In ihrer Arbeit HUT I–VII (2016) wird dies mit typologischer Strenge und akribischer Aufmerksamkeit für Materialien durchexerziert. Es entsteht eine heitere Archäologie einer abwesenden Gesellschaft mit ihren gegenseitigen Verflechtungen und nur spekulativ zu erschliessenden Beziehungen. In der Werkgruppe, die Sveta Mordovskaya für die Plattform anfertigte, ordnen sich vier Skulpturen aus gefundenen alltäglichen Materialien zu einer Typologie modellartiger Häuser. Das Material erfährt ein persönliche Aneignung, gleichzeitig behält es auch hier seine soziologische Dimension: Die Häuser scheinen nicht einer Person sondern einer Gesellschaft entsprungen mit ihren partikulären Traditionen, Riten, ihrem Handwerk und gegenseitigem Austausch. Dabei bewegen sie sich zwischen häuslicher Vertrautheit und einer mit Humor durchzogenen Andersheit.
Sveta Mordovskaya (*1989, Ulan-Ude/RU) hat einen Bachelor an der ZHdK abgeschlossen. Sie lebt und arbeitet in Zürich. Gruppenausstellungen: Chalky Soil & The Unexpected Bugs, Art Accommodation, Vrasna; Dilly, RETO 01, Zürich; The Ardent V, UP STATE, Zürich; I will think about it tomorrow, Chisinau (2016); Imperial Line, Kunstraum Toni Areal, Zürich; Koryu, Yukobo Art Space, Tokio; Exposition potentielle, Perception Park Gallery, Paris (2015); Vagabond, import|export project, Zürich; Flash Forward, Leimbach Studios, Leimbach; Arthur Junior, Platform for young artists, Toggenburg (2014).